
Die Flora Kanadas.
Kanada ist bekannt als Land ursprünglicher und endloser Wälder. Sie bedecken fast die Hälfte (4,4 Millionen km²) des Staates, weisen aber große Unterschiede auf, da sie verschiedenen Vegetationszonen angehören.
Das breite, gut 6.000 km lange Band des Borealen Nadelwaldes, das sich von Newfoundland bis hoch in den Norden zieht, ist eines der größten Waldgebiete der Erde. Es besteht aus Weiß- und Schwarztannen, Kiefern und Fichten. Am Südrand der Zone wachsen auch Laubbäume, Pappeln und Birken. Im Südosten geht der Bestand in echten Mischwald über. Verschiedene Eichenarten, Buchen, Ulmen und Eschen sind dort die wichtigsten Harthölzer. Sie wechseln sich mit Weiß- und Rotkiefern sowie Hemlock-Tannen ab. Im südlichen Quebec wächst der Zuckerahorn, aus dessen süßlichem Saft man Ahornsirup gewinnt. Reinen Laubwald gibt es nur in einem kleinen Gebiet Südwest-Ontarios am Nordufer des Lake Erie. Das sehr milde Klima begünstigt dort das Wachstum von Walsnussbäumen, Hickories (Nussbäume), Schwarzeichen, Tulpenbäumen und Dogwoods (Hartriegel). Der Boreale Gebirgsnadelwald der Kordilleren-Region besteht aus Tannen, Douglasien und Kiefern, die sich vor allem über die weiten Plateaus von Nord-British-Columbia ausbreiten. In den Bergen wachsen noch auf 2.000 m alpine Wälder mit Engelmann-Tannen, Bergfichten und Douglasien. Eine blumenreiche, alpine Flora mit verschiedenen Heidekrautarten findet man in höheren Bergregionen. An den niederschlagsreichen Westhängen vor allem der Coast und der Columbia Mountains stehen die Bestände üppigen Westküstenwaldes mit Douglasien, Riesen-Lebensbäumen (Cedars, eine Thuja-Art), Sitka- und Hemlock-Tannen. Farne und andere die Feuchtigkeit liebende Blattflanzen wuchern im Unterholz.
Neben den Waldgebieten gibt es in Kanada auch ausgedehnte baumlose Regionen. Im südlichen Teil der Grossen ebenen, wo die Niederschläge gering, die Sommertemperaturen und die Verdunstung hoch sind, ersetzt das Präriegras die Bäume. Das engmaschige, weitverzweigte Wurzelsystem der Steppengräser kann die Feuchtigkeit der Gewitterregen gut aufnehmen und bewahrt den Boden vor Erosion. Sogar Kakteen wachsen in einigen Dünengebieten.
Im Norden schränken die strengen Winter und der Permafrost die Lebensmöglichkeiten ein. Der Baumbestand, verkrüppelte Zwergweiden und Fichten, wird immer spärlicher, bis er in der Tundra und den Kältewüsten des Arktischen Archipels von Flechten, Sumpfgräsern und alpinen Blumen abgelöst wird.